Rückzugsorte

Bauernhäuser

Bauernhäuser sind besonders reich an Geschichte, aber auch an Geschichten, was vielleicht einer der Gründe dafür ist, warum sie uns so faszinieren. Der Architekt Peter Trachsel geht sogar noch einen Schritt weiter, wenn er Bauernhäuser als «Rückgrat unserer Gesellschaft» bezeichnet. Unrecht hat er damit nicht, erzählen uns doch die teilweise jahrhundertealten landwirtschaftlichen Bauten sehr viel über unsere kulturelle Vergangenheit. Die Herausforderungen bei einem Umbau sind gross: Wie bekommt man genügend Licht in die Räume? Wie lassen sich Ökonomieteile nutzen? Oder wie lässt sich ein harmonisches Ganzes schaffen? ­– um nur einige der brisantesten Fragen zu nennen. Nachdem wir bereits vor einigen Monaten inspirierende Umbauten von Bauernhäusern vorgestellt haben, durften wir nun einmal mehr zu Gast in zwei Bauernhäusern sein: in einem typischen Berner Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert und in einem Bauernhaus im Aargau, dessen älteste Teile – wie die «Schatzsuche» anlässlich des Umbaus ergab – etwa 450 Jahre alt sind. So unterschiedlich die Gebäude sind und ihr baulicher Zustand vor dem Umbau war, so verschieden sind Peter Trachsel von Umbra Architektur und der Innenarchitekt Jörg Gürber auch die Bauaufgaben angegangen.

Jörg Gürber ist bei dem Umbau mit Feingefühl vorgegangen, ohne jedoch die baulichen Eingriffe zu verstecken. Auch im zeitgemässen Gewand sind die ursprünglichen Hausteile noch identifizierbar: das Wohnhaus mit Sprossenfenstern, das einstige Tenntor in der Mitte, die frühere Scheune über dem Stall mit Holzlatten.

Das Entree und der Essbereich befinden sich in einem neuen Anbau, der unter dem bestehenden Dach einen Holzverschlag ersetzt hat. Die Rafen der Hochstudkonstruktion durchdringen die Glasscheiben und Einbauschränke, die den Dachraum begrenzen.

Vormals kleine, dunkle und zu niedrige Zimmer wurden zu einem offenen Wohnbereich mit Galerie zusammengeschlossen.

Ein typisches Berner Rieg-Bauernhaus mit Ründellaube und zwei seitlichen Gadenlauben. Der rechte Laubengang war unvollständig und wurde im Zuge des jüngsten Umbaus durch Umbra Architektur saniert und ergänzt.

Ursprünglich reichte das Tenn bis zum Holzpfeiler vor der Feuerstelle, wo sich damals die Küche befand. Der jetzige Wohntrakt entstand beim Umbau in den 1970er-Jahren. Im Zuge der letzten Baumassnahmen wurden die Böden von dunklen Lasurschichten befreit.

Der neue Luftraum um das Cheminée leitet Tageslicht vom Dach- ins Erdgeschoss. Darum herum ordnen sich im Obergeschoss das Bad (mit Durchsicht ins Tenn), das Kinder- und ein Lese- und Gästezimmer an.

Mehr Informationen zum Thema Bauernhäuser und zu den hier gezeigten Umbauten finden Sie in Ausgabe 5/19 der Zeitschrift Umbauen+Renovieren, die jetzt am Kiosk erhältlich ist.