Das Optimum herausholen

Innenarchitektur

Wohnen, wie wir uns wohlfühlen. Für die meisten von uns hat das Zuhause einen hohen Stellenwert. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und unsere Bedürfnisse ganz bestimmt auch. Das war schon immer so. Doch heute stellen zusätzlich die unterschiedlichsten Lebensmodelle neue Anforderungen an das Zuhause. Der Alltag erfährt einen Wandel, die Wohnung wird zum Homeoffice, die Familienkonstellation verändert sich …

Das Erdgeschoss des Reihenmittelhauses, das von Mirlo Urbano Architekten umgebaut worden ist, wurde für einen grosszügigeren Raumeindruck geöffnet. Von der Öffnung profitiert schon der Eingangsbereich, der trotz geringer Fläche genügend Raum bietet.

Aus dem Arbeitstisch in der Wohnküche wird durch Ansetzen des Esstisches und eines Anbauelements im Handumdrehen eine Tafel für zwölf Personen. Sämtliche Möbel wurden aus Tischlerplatten geschreinert und mit Details aus massiver Eiche und Leder versehen.

Im Schlafbereich der Eltern im Dachgeschoss ist die perfekte Ausnutzung des Raumes sozusagen auf die Spitze getrieben worden. Schiebt man die Betten in den gegenüberliegenden Bürobereich, kommt darunter eine Badewanne zum Vorschein. Hinter der Tür mit dem Bullauge verbirgt sich das WC, rechts in der Nische ist ein geräumiger Waschplatz eingebaut.

Flexibilität heisst das Gebot der Stunde. Auch für Matthias Amsler, einen der beiden Gründer von Mirlo Urbano Architekten, und seine Frau war Flexibilität eines der wichtigsten Kriterien für den Umbau ihres gerade einmal 78 Quadratmeter grossen Reihenhauses in Zürich: «Das Haus muss sich leicht an unterschiedliche Alltagssituationen adaptieren.» Ein Arbeitstisch in der Wohnküche, der sich im Nu in eine Tafel für zwölf Personen umfunktionieren lässt, oder ein Bett, unter dem sich die Badewanne verbirgt, sind nur zwei Details, die sich der Architekt für sein Haus hat einfallen lassen. Bis auf die Treppe, die Fassade und die Dacheindeckung sanierte Matthias Amsler das Haus komplett und schuf so das perfekte Zuhause für sich und seine vierköpfige Familie, das sich als wahres Stauraumwunder entpuppt.

Das markante Gebäude mit Tonnendach liegt eingebettet in üppiges Grün, das dank zahlreicher Fensteröffnungen im Gebäudeinneren sichtbar bleibt. A04 zeichnen für den Umbau des Hauses aus den 1990er-Jahren verantwortlich.

Der lichtdurchflutete, sich loftartig über zwei Etagen erstreckende Essbereich. A04 zeichnen sowohl für das Treppengeländer und die neue Küche «bulthaup b1» (im Hintergrund) als auch für die Pendelleuchte («Moon», Davide Groppi) verantwortlich.

Die Sichtbetonwand mit den neu eingefügten Holzlamellen in massiver Weisstanne und die dezent gestaltete Küche unterstützen die Dynamik des Terrazzobodens, der aufgearbeitet worden ist.

Vor eine andere Herausforderung sahen sich Simon Scheidegger und Daniel Truffer vom Basler Innenarchitekturbüro A04 gestellt. Es galt, den einen Teil eines Doppeleinfamilienhauses von 1994 den Wünschen der neuen Besitzer anzupassen. Platz war hier nicht das Problem, sondern vielmehr der starke Charakter des Gebäudes. Das Haus mit seinem runden Tonnendach und einer über zwei Stockwerke reichenden Fensterfront an der Ostseite überzeugt durch seine strenge Geometrie und den Umgang mit den Materialien. Mit ihren Eingriffen schufen A04 eine harmonische Ergänzung zum Bestand, die die bestehende Architektur unterstützt.

Titelbild der Zeitschrift Umbauen+Renovieren. Es zeigt einen Mann, der in einem alten Gebäude am geöffneten Fenster steht.

Die ausführlichen Reports zu den beiden Umbauprojekten finden Sie in Ausgabe 2/21 von Umbauen+Renovieren, die jetzt am Kiosk erhältlich ist.