Berg-Geschichten

Umbauen in den Bergen

Wettergegerbte Holzfassaden, wehrhafte Natursteingemäuer, robuste Steindächer … Die Bergwelt verlangt den Gebäuden seit jeher viel ab. Doch ob in den Tälern oder hoch oben auf den Alpen – die Bewohner der Bergkantone haben die Bauweise ihrer Häuser geschickt an die Umgebung angepasst. Mich faszinieren die trutzigen Gebäude jedes Mal aufs Neue, wenn ich in die Berge fahre. Wie mühsam es wohl gewesen sein muss, sie zu erbauen! Diese beiden ganz unterschiedlichen Projekte zeigen die Vielfalt der Baukunst in den Bergen: zwei unter Denkmalschutz stehende Tierställe im Verzascatal, die heute als Ferienhaus dienen, und ein spätklassizistischer Palazzo im Bergell, der seit Kurzem als KulturGasthaus mit vier individuell ausgestatteten Gästezimmern genutzt wird.

Die Casa Pontisella steht am Fuss der Sciora-Gruppe in Stampa, Bergell, und wurde 1849 errichtet. Zum Haus im Stil eines norditalienischen Palazzos gehören ein grosser Garten sowie zwei Stallgebäude.

Mit Daniel Erne hat die Casa Pontisella einen neuen Besitzer gefunden, der es versteht, den alten Palazzo mit viel Verständnis für dessen Geschichte mit Leben zu füllen.

Daniel Erne betreibt das Haus nicht nur als KulturGasthaus mit B&B, sondern bewohnt es auch mit seiner Familie. Dieses Zimmer in der südöstlichen Ecke des Hauses ist mit Schablonenmalereien verziert und wird heute als Wohnraum für Gäste und Gastgeber genutzt.

Eines der vier Gästezimmer: Das Zimmer «Salbei» ist mit einer dunkelgrau-grünen Keim-Mineralfarbe gestrichen, die für Entspannung und Ruhe sorgt.

Beim Umbau durch Christoph Sauter Architekten wurde die Decke zwischen 1. und 2. Obergeschoss geöffnet. Der zweigeschossige Korridor, die neue Mitte des Hauses, wird von einer grossen Leuchte gekrönt.  

Der Architekt Rafael Schmid hat im wilden Verzascatal mithilfe lokaler Fachkräfte zwei Stallbauten von 1850 in ein nachhaltiges und autarkes Feriendomizil umgebaut.

Das grössere der beiden Rustici fasst heute einen Wohnraum mit Essplatz und Küche; über ein Treppenmöbel mit integrierten Schrankelementen gelangt man auf die Galerie mit einem Schlafbereich. Die Innenausbauten überzeugen durch durchdachte Details und präzise Ausführung.

Um die Fassade nicht mit Glasflächen zu unterbrechen, werden Fenster und Türen bei Abwesenheit durch einschiebbare Holzläden verschlossen. Diese dienen auch als Einbruchschutz.

Mehr über diese beiden Umbauten sowie ein ausführliches Interview zum Thema «Umbauen in den Bergen» finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Umbauen+Renovieren, die jetzt am Kiosk erhältlich ist.