Bauen macht Freude

Porträt

«Das Paxmontana ist wohl das schönste Objekt, an dessen Umbau ich bisher mitwirken durfte», sagt Martin Gartner, der damals als Architekt bei Pfister Schiess Tropeano Architekten in Zürich gearbeitet hat. Er schwärmt von dem Reichtum an historischer Bausubstanz und den teils kniffligen Aufgaben, wie etwa dem Einbau einer Suite in den Turm des Jugendstil-Hotels in Flüeli-Ranft. Die Begeisterung, mit der Martin Gartner nicht nur vom Paxmontana, sondern auch von anderen Projekten, Aufgaben und dem Bauen an sich erzählt, steckt an. Architektur ist seine Leidenschaft – Bauen bezeichnet er als Urgefühl. Daher kommt wohl auch diese Selbstverständlichkeit, mit der sich Martin Gartner einer Bauaufgabe nähert. Stets voller Verständnis und Respekt gegenüber dem Gebäude, der Bauherrschaft und sämtlichen am Bau beteiligten Personen.

 

Beim Totalumbau eines Bauernhauses aus dem 19. Jahrhundert hat Martin Gartner für eine junge Familie eine neue Wohnung in das Elternhaus eingebaut. Wo vor dem Umbau kleine Zimmer waren, erstreckt sich nun ein grosser Wohn- und Essraum mit Küche. Die freigelegte Konstruktion ruft mit dem modernen Innenausbau den Altbau in Erinnerung.

Hinter dem Fenster oberhalb der Küche …

… ist ein Spielzimmer für die Kinder entstanden. Die schlichte Verkleidung aus Spanplatten betont die ausgefallene Geometrie des Raumes.

Das Bauernhaus wurde im 19. Jahrhundert erbaut.

Zum Garten wurde eine Balkon- und Treppenschicht angesetzt, um auch für die junge Familie einen direkten Bezug zum Aussenraum zu schaffen.

Beim Projekt «Jura» schiebt sich eine der beiden neuen Wohnungen unter den Altbau aus den 1960er-Jahren und bildet die Basis für die zweite Wohnung, die über zwei Geschosse in die Höhe wächst. Alt und Neu sind miteinander verzahnt und bleiben doch eigenständig.

Martin Gartner betreibt sein Architekturbüro in Aarau.

Sein besonderes Interesse gilt dem Bauen im Bestand, ein Thema, mit dem sich Martin Gartner bereits im Studium intensiv befasst hat. Dabei legt er Wert darauf, bei einem Umbau nicht nur technisch und konstruktiv zu wirken, sondern auch ästhetisch, etwa durch die Auswahl von Materialien – sein feines Gespür dafür hat Gartner in seiner Ausbildung zum Schreiner entwickelt. Den Herausforderungen und Schwierigkeiten, die Altbauten mit sich bringen, begegnet er mit Fachwissen und Kreativität und gibt sich nicht mit der erstbesten Lösung zufrieden. «Ein Umbau zwingt mich dazu – oder man könnte auch sagen, er gibt mir die Freiheit –, aus den baulichen Gegebenheiten heraus Räume auszubilden oder etwas zu entwickeln, wie man es in einem Neubau gar nicht ausführen könnte oder dürfte», sagt Martin Gartner.

Den gesamten Artikel mit weiteren Fotos finden Sie in der Ausgabe 5/19 der Zeitschrift Umbauen+Renovieren.