Mitten in der zerklüfteten Landschaft von Valdemorillo, westlich von Madrid, schiebt sich ein monolithischer Baukörper zwischen jahrhundertealte Eichen und tonnenschwere Granitblöcke. Das «House X» des Madrider Büros Bojaus Arquitectura ist kein Haus, das sich harmonisch und unauffällig in die Natur einfügt. Es ist markant wie ein Fels. Es ist ein Haus, das bleibt
Gebaut für die Ewigkeit
Während viele zeitgenössische Villen Leichtigkeit inszenieren – Glas, Transparenz, temporäre Gesten – wählt «House X» den entgegengesetzten Weg: fünfzig Zentimeter starke Betonwände, geschichtet von Hand mit lokalen Zuschlägen direkt vom Grundstück. Die einzelnen Blöcke bleiben innen sowie aussen sichtbar. Das Ergebnis wirkt weniger gebaut als freigelegt.
Der X-förmige Grundriss verzahnt sich mit dem Gelände, rahmt Ausblicke und umarmt einen alten Baum auf dem 2.000 Quadratmeter grossen Grundstück. Inspiration fanden die Architekt:innen in den wehrhaften Bauten der kastilischen Hochebene und sogar im portugiesischen Monsanto, wo sich Häuser an gigantische Felsen schmiegen.
Nachhaltigkeit nicht nur als Schlagwort
Statt auf oberflächliches Greenwashing setzt das Projekt auf radikale Dauerhaftigkeit. Während ein durchschnittliches Haus vielleicht 50 Jahre alt wird, ist dieses für Generationen gedacht. Nachhaltigkeit wird hier nicht behauptet, sondern betoniert.
Mit 220 Quadratmetern Wohnfläche ist «House X» kein protziger Palast, sondern eine archaische Skulptur zum Bewohnen – ein Hybrid aus Festung und Felsformation. Hier trifft Licht auf rohe Textur, Schatten wandern über grobe Steinschichten, Innenräume wirken wie aus dem Gestein geschnitten. Es ist nicht ein Haus, das versucht, die Landschaft zu kopieren oder sich sanft einzufügen – vielmehr wird es selbst zur Landschaft.

