Das Festival mit Zukunft

Criterion Zürich

Mit dem Criterion Festival haben die beiden Festivalleiterinnen Regina Gregory und Mia Odermatt eine Plattform erschaffen, die sich nicht nur gutem Design widmet, sondern Themen wie Nachhaltigkeit und Produktionsprozesse bewusst ins Zentrum setzt. Das Festival soll aber nicht nur Einblicke in diverse Berufe und Firmen bieten, sondern die Besucher zum Austausch, Mitmachen und Mitdenken animieren. 

Die Festivalleiterinnen Regina Gregory und Mia Odermatt im Gespräch mit meter. Das Criterion Festival findet vom 28. bis 31. März in der Messe Zürich statt.

Was ist das Criterion Festival kurz zusammengefasst für diejenigen, die noch nie etwas davon gehört haben?
Regina Gregory: Das Festival soll ein Nährboden sein für Ideen, um Produkte und Abläufe neu zu denken. Es ist ein Festival für Leute, die sich Zeit nehmen, um zu überlegen, wie man Produkte und Prozesse besser oder anders machen könnte und damit eine Perspektive für die Zukunft vermitteln, die lebenswert ist – eine Zukunft mit Zukunft.

Es ist die zweite Edition von Criterion, was hat sich gegenüber dem letzten Jahr verändert?
Mia Odermatt: Einerseits unsere Erfahrungswerte der Produktionsschiene und die der Abläufe. Andererseits bekommen wir mehr Aufmerksamkeit von aussen, sei es von Ausstellern, von Stadtbewohnern oder von Leuten, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen oder bereits davon gehört haben und sensibilisiert sind. So wird auch der Diskurs anders, wir müssen nicht mehr so viel erklären und können mehr in die Tiefe gehen.
RG: Das hat uns auch ermöglicht, dass wir dieses Jahr fast doppelt so viele Aussteller haben wie letztes Jahr. Zudem gibt es auch doppelt so viele Sonderschauen, wir nennen sie Case Studies. Aussteller aus bestimmten Themenbereichen können sich kennenlernen und austauschen. So entstehen Schnittstellen und Möglichkeiten für neue Projekte.

Das Festival bietet nebst der Ausstellung ein grosses Rahmenprogramm mit Workshops.

Am Criterion verschmilzt traditionelles Handwerk mit innovativer Technologie.

Besucher können den Machern live bei der Arbeit oder der Produktion zuschauen ...

...  und einen Blick hinter die Kulisse erhaschen.

Hier trifft man auch direkt auf Food-Produzenten ... 

... und darf verschiedene Produkte testen.

Was unterscheidet euch von anderen Festivals?
MO: Andere tolle Formate spezialisieren sich eher auf einen bestimmten Themenbereich, wir hingegen widmen uns mehr einer ganz neuen Philosophie. Wir haben sechs kuratierte Welten und diese decken von den Themen her einen Tages-, Arbeits- oder Lebenszyklus ab. Von Spielsachen, Bettwäsche, Bett, Kleidung, Pflegeprodukte, Möbel, sogar Sportgeräte bis hin zum Foodbereich zeigen wir die ganze Wertschöpfungskette, dies widerspiegelt alles, was wir von morgens bis abends brauchen.
RG: Was uns auch speziell macht, ist die Interaktion zwischen Besucher und Aussteller, deshalb nennen wir es Festival und nicht Messe. Uns ist es wichtig, dass man eine Auseinandersetzung mit den Themen hat und dadurch auch eine Wertschätzung gegenüber dem Thema bekommt. Viele Innovationen brauchen wieder eine neue Zahlungsbereitschaft und wir sind der Einstellung, dass Produkte allgemein zu günstig geworden sind und dadurch schneller zu Abfall werden. Das ist auch mit ein Grund wieso wir gleich viele Aussteller wie Rahmenprogrammpunkte haben.

Könnt ihr mehr zum Rahmenprogramm sagen?
RG: Wir haben einen Speakerscorner, einen Werkstattraum und eine Active Lounge. Zudem haben wir ein Foodatelier, das komplett eingerichtet ist und wo man auch wirklich Sachen ausprobieren und  von den Besten ihres Faches lernen kann.

 

Im Sign Painting Atelier dürfen Besucher selbst kreativ werden.

Welche Kriterien müssen Aussteller erfüllen, dass sie bei Criterion dabei sein dürfen?
RG: Wir haben das Modell ACT entwickelt, was so viel bedeutet wie: Authentizität, Kreativität und Transparenz. Wir legen gleich viel Wert auf die Produkte wie auf die Produktionsprozesse. Wir sind überzeugt, dass ein Produkt erst dann erfolgreich und gut ist, wenn es nicht nur ökologisch ist, sondern sich auch gut anfühlt, wenn man es trägt oder fein ist, wenn man es isst.

Von Spielsachen bis Food ist alles abgedeckt, ist es ein Festival für alle?
MO: Auf jeden Fall. Das Festival ist auch für Kinder und Jugendliche spannend.
RG: Wir haben 25 Workstations, das heisst 25 Aussteller verlegen ihre Produktion ans Festival. Kinder wie auch Erwachsene sehen vor Ort, wie ein Produkt hergestellt wird und welche Maschinen oder handwerkliche Fähigkeiten nötig sind.
MO: Zudem ist es auch spannend zu sehen, wie sich ein altes Handwerk in seiner Profession verändert – gerade durch innovative Technologien.

Das Criterion Festival ist eine Inspirationsquelle für Konsumenten wie auch für Produzenten.

Woher kommen die Aussteller?
RG: Hauptsächlich aus der Schweiz und Europa. Ziel wäre es, dass das Festival internationaler wird. Aber inzwischen kommen Leute aus Belgien, Italien, Frankreich, Österreich und Deutschland. Wir wollen zu einem Treffpunkt für Leute werden, die unsere Philosophie teilen und den Austausch suchen.

Was sind die Highlights?
RG: Die Ltd. Edition-Ausstellung, der Retail Day am Freitag sowie die vielen Start-Ups, die Produkte testen. Zudem haben wir den Bereich Urban Agriculture, wo Setzlingskurse angeboten werden.
MO: Die Case Study Rethink Living ist auch eines von den Highlights, da versuchen wir uns auf eine neue Art mit dem Thema Wohnen und Design auseinanderzusetzen.
RG: Ein begehbarer Gedankenraum sozusagen, den man interaktiv erleben kann. 

 

Highlights der Plakat-Ausstellung Ltd. Edition

Poster von Balthasar Bosshard.

Spaceposter von Loulou & Tummie.

Plakat für Marinello von Michel Casarramona.

Poster Klippenspringer Ponte Brolla im Valle Maggia von Benjamin Güdel.

Comic Cover «Wonder Woman» von Viktor Kalvachev.

Das Criterion Festival findet vom 28. bis 31. März 2019 in der Messe Zürich statt.