«Wien nur du allein»

Reisen: Wien

Um es gleich vorweg zu gestehen: Ich geniesse den Sommer in Zürich wirklich sehr. Aber mein Herz schlägt weiter für meine eigentliche Wahlheimat: Wiens Anziehungskraft ist einzigartig. Hier eine persönliche Auswahl, wo und wie man dieses Gefühl vom Sommer in der Stadt am besten spürt.

Kulinarik und Kuriosität

Ein echtes Wien-Wochenende startet samstagmorgens auf dem Naschmarkt Flohmarkt. Dort findest du sicher etwas, das du meinst zu brauchen aber eigentlich nicht brauchst oder etwas, von dem du nicht weisst, für was es überhaupt zu gebrauchen wäre. Über Kuriositäten und Antiquitäten bis hin zu Haushaltswaren und dem alten Paar Lederschuhe steht hier alles zum Verkauf. Langschläfer? Dann lieber gleich bis zum Nachmittag warten. Ab 16 Uhr lässt sich das, was bis jetzt noch nicht verkauft wurde, günstig handeln. Neben dem Flohmarkt gibt es am Naschmarkt über hundert Stände und Restaurants. Zugreifen: Umbedingt einige der Falafel mit Hummus probieren!

Ein Lieblingsplatz: das Donaukanalufer.

An lauen Abenden länger draussen sitzen – hier auf dem Naschmarkt.

Im Palmenhaus mit Jugendstilcharakter herrscht immer tropisches Klima.

Sommer an der Donau

Steigt man Abends zwischen Schwedenplatz und Schottenring die Graffiti besprühten Stufen zum Kanal hinunter, stellt man fest: Hier tummelt sich Jung und Alt. Die Bierverkäufer vor Ort gehören mit zum Unterhaltungsprogramm. Aber auch in einer der vielen Bars lässt es sich gut aushalten. Atmosphäre und Licht bei Sonnenuntergang dürften in jedem Fall überzeugen.

Wien im Sommer ist heiss. Zumal auch sehr heiss. Abkühlung findet, wer von der Donauinsel aus ins kühle Nass gleitet. Oder man schlendert ein Stück an der unteren alten Donau entlang und sucht ein schattiges Plätzchen zwischen Bäumen und Schilf. Für Sonnenanbeterinnen gibt es beider Orts Schwimminseln auf dem Wasser.

Noch nicht genug Tropenfeeling? Dann ab ins Schmetterlingshaus! Das historische Jugendstilgebäude ist den farbenfrohen Tieren sowie exotischen Pflanzen gewidmet – feuchtheisse Temperaturen inklusive. Wer schon vor Ort ist, sollte danach auf jeden Fall durch den Burggarten über den Maria-Theresien-Platz zum Museumsquartier spazieren.

Begehrte Plätze: die bekannten geometrischen Möbel im «MQ».

Der Blick vom Café «Leopold» aus auf das gleichnamige Museum.

Ein Monument moderner Architektur: das «MUMOK».

Auf «einen Spritzer» im Museumquartier

Vor allem abends ist es amüsant, bei einem gespritzen Weisswein das Treiben zu beobachten. Auch tagsüber ist das «MQ» ein Muss. Wenn die Stadt gar nicht mehr abkühlt, kann ein klimatisiertes Museum schon mal ganz angenehm sein! Neben dem «MUMOK» und dem «AZW» ist auch das «Leopold Museum» sehenswert. Hier finden sich die weltweit grösste Egon Schiele Sammlung sowie wechselnde Sonderausstellungen.

Architekturfans lieben Wien: Die Ringstrasse mit ihren Prunkbauten, Stuck soweit das Auge reicht. Bei den allgemeinen städtebaulichen Höhen und Weiten macht sich schnell ein Gefühl unbegrenzter Möglichkeiten breit. Die Schönheit vieler Gebäude, die Anderorts eine Besonderheit wäre, wird hier oft als selbstverständlich genommen. Achtung: Jetzt bitte nicht in Grössenwahn verfallen!
Weitere architektonische «Musts» sind die Karlskirche und ihr Platz davor, die Wotrubakirche im 23. Bezirk, die Postsparkasse und weitere Otto Wagner Bauten, die Skyline mit dem DC Tower und das futuristische Areal der Wirtschaftsuniversität.

Architektonische Highlights am Areal der «WU».

Die schönsten Ecken entdeckst du sowieso, wenn du dich planlos treiben lässt. Verloren gehen ist die beste Möglichkeit die Stadt kennen zu lernen – versprochen!

Meine Oma sagt immer «Wien oh Wien nur du allein, sollst die Stadt meiner Träume sein». Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Die Schönheit dieser Stadt kannst du dir in deinen Träumen nicht ansatzweise ausmalen.