Mit Weitsicht

Schwebendes Haus

Ein schwebendes Ganzes, das wie auf leichten Schwingen eines Adlers daherkommt.

Von der Weite aus betrachtet unscheinbar, überblickt das Gebäude ein Panorama mit 150 km Fernsicht. Das Wohnhaus von Willl Architektur sitzt im nach Südosten abfallenden Hang und ist über eine Privatstrasse auf der Nordostseite zu erreichen. Seitlich vor dem Gebäude öffnet sich ein Garten mit Obsthain sowie direkt davor eine gerade Wiesenfläche, westseitig schliesst das Grundstück mit einem Naturteich ab. Das Gebäude erscheint körperhaft, der grob und dunkel geputzte Baukörper entfaltet seine Form durch subtile Gesten. Der Innenraum durchdringt den Aussenraum und umgekehrt. Ein Wechselspiel aus leicht und schwer, kragend und festsitzend erzeugt ein komponiertes Ganzes. Ein- und Ausschnitte, verglast und offen, dominieren das Gebäude. Das Obergeschoss lässt ein Atrium erahnen, ähnlich einem Nest. 

Im Masterbedroom öffnet sich der Blick in den Himmel und in die Weite.

In der Untersicht der auskragenden Decke über der Terrasse befinden sich vier schwenkbare Infrarotpaneele, die auch in der Übergangszeit ein Sitzen im Freien ermöglichen.

Das Wohnhaus wird hangseitig über ein grosses, längliches Atrium belichtet, welches das Garagenbauwerk mit dem Haupthaus verbindet. Das Gebäude erscheint von der Talseite betrachtet eingeschossig, Bereiche des Gebäudes wie die Garage sind in den Hang hineingebaut und mit Erde überschüttet. Am Ende der Privatstrasse findet sich ein Platz, der unmittelbar vor der Garage und dem Eingang endet. Die Garage ist vollständig mit Holzplatten verkleidet, die Tore sind darin unsichtbar integriert. Ein 20 Meter langes Dach führt zum Eingang, dieser ist zweiseitig verglast und wirkt regelrecht als Zwischenzone mit Blick in das Atrium. Von hier gelangt man Richtung Garage gehend zur Garderobe der Auftraggeber und Richtung Haus gehend zur Gästegarderobe, die als Verteiler in der halbgeschossigen Anlage dient.

Hangseitig wird das Wohnhaus über ein längliches Atrium belichtet. Der Himmel wird durch einen verspiegelten Flügel in den Innenraum gebracht.

Die rahmenlose Verglasung von Sky-Frame verbindet Innen- und Aussenraum sowie im Eingangsbereich Vorplatz mit Atrium.

Eine versteckte Tür führt vorbei an einem Sanitärbereich zu Ruheraum und Badehaus. Der Ruheraum, von aussen uneinsehbar, ist über das Atrium zum Himmel orientiert. Ein 10 Meter langer, mit Spiegeln belegter und 45° geneigter Metallflügel von Künstler Friedrich Biedermann sorgt für einen permanenten Weitblick ins Unendliche, nämlich in den Himmel. Vorerst fasziniert das Vorbeiziehen der Wolken genauso wie in der Nacht ein klarer Sternenhimmel. Schnell stellt sich aber ein Gefühl von Ruhe ein, als würde man in der Wiese liegen mit Blick in den Himmel. Hier sitzt man geschützt, spürt die Weite, ein Raum für Rückzug, Kontemplation, Musik und Gespräche. Vorbei an diesem Raum gelangt man zum Badehaus. Dieses ist auf der Südwestseite des Gebäudes angeordnet und orientiert sich zum Schwimmteich und zur Abendsonne. Es beinhaltet Sauna, Dusche, Liegebereich und ein kleine Teeküche.

Den gesamten Artikel mit weiteren Fotos finden Sie in der Juni Ausgabe von Das Ideale Heim.