Oberfläche als Baukultur

Schweizer Preis für Putz und Farbe 2026

Modernes Wohnensemble mit weissen Putzfassaden und farbigen Akzenten: Balkone mit rosafarbenen Decken, gelbe Storen und blau geflieste Eingänge; im Vordergrund ein Innenhof mit Bäumen und Sitzgelegenheiten.

Bereits zum fünften Mal verlieh der Schweizerische Maler- und Gipserunternehmer-Verband (SMGV) den Schweizer Preis für Putz und Farbe, dieses Jahr erstmals an der Swissbau Basel.

Seit 2015 zeichnet der Schweizer Preis für Putz und Farbe realisierte Bau- und Raumprojekte aus, in denen Putz und Farbe als integraler Teil des architektonischen Konzepts verstanden werden. Entscheidend ist dabei nicht nur das Resultat, sondern auch der Weg dorthin: Die Jury betont die enge Zusammenarbeit zwischen Planung und Ausführung als Schlüssel zur Qualität. Bewertet wurden neben dieser Zusammenarbeit Material- und Farbkonzept, handwerkliche Präzision sowie der Aspekt der Nachhaltigkeit – etwa in Form von langlebigen, reparierbaren und überwiegend mineralischen Materiallösungen. Im Folgenden eine kleine Tour durch die diesjährigen Siegerprojekte.

Kategorie Fassadengestlatung:

Gold: Die Fassadensanierung der Sekundarschule Pestalozzi in Basel bewahrt den historischen Ausdruck des Schulhauses und wird zugleich heutigen Anforderungen gerecht – mit präzise eingesetzten Putz- und Farbschichten, die Materialität, Proportionen und die Ordnung der Fassade klar herausarbeiten. Architektur/Planung: MET Architects GmbH. Ausführung/Handwerk: Groupe Egli AG.

Silber: Das Altstadthaus «Zum Gelbhorn» in Baden überzeugt durch den sensiblen Umgang mit der historischen Bausubstanz und eine sorgfältig auf den städtebaulichen Kontext abgestimmte Fassadengestaltung – Farbigkeit und Oberflächen tragen zur Identität des Gebäudes im Altstadtgefüge bei. Architektur/Planung: Zweifel Architekt GmbH, wrkstadt David Keist. Ausführung/Handwerk: Gipsergeschäft Kradolfer GmbH, wrkstadt David Keist.

Bronze: Pièce Urbaine C in Lausanne überzeugt mit einer zeitgemässen Fassadensprache – Farbe, Textur und Material werden gezielt eingesetzt und verleihen dem Gebäude Plastizität, Gliederung und eine klare Verortung im städtischen Umfeld. Architektur/Planung: NICOLAS DE COURTEN architectes Sàrl. Ausführung/Handwerk: Bravata SA.

Der Schweizer Preis für Putz und Farbe würdigt nicht nur einzelne Projekte, sondern leistet einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer Baupraxis, die auf Wissenstransfer, Verantwortung und Zusammenarbeit basiert – und die Qualitäten des Handwerks als integralen Bestandteil zeitgemässer Architektur versteht.

Kategorie Innenraumgestaltung:

Gold: Die «Casa Jolli Semione» im Bleniotal wurde für den konsequenten Einsatz mineralischer Materialien und die hohe atmosphärische Qualität der Innenräume ausgezeichnet – das Zusammenspiel von Licht, Farbe und handwerklicher Ausführung schafft eine starke Wirkung und unterstützt ein gesundes Raumklima. Architektur/Planung: Camponovo Baumgartner GmbH. Ausführung/Handwerk: paint & clay art GmbH.

Silber: Das Projekt «SLZL Chasa Suzöl» in Lavin überzeugt durch die behutsame Weiterentwicklung des Bestandsbaus, bei der Putz und Farbe räumliche Schichten sichtbar machen – traditionelle Materialien und zeitgemässe Eingriffe sind sorgfältig aufeinander abgestimmt. Architektur/Planung: Raumpla.net GmbH. Ausführung/Handwerk: Raumpla.net GmbH, Murturi GmbH.

Bronze: Die Abdankungshalle in Doppleschwand wurde für eine Neugestaltung ausgezeichnet, die mit einem eigens entwickelten Kalkputz aus regionalen Materialien arbeitet – der Raum gewinnt an Wärme, Tiefe und Würde, ohne seine Zurückhaltung zu verlieren. Architektur/Planung: studio omni gmbh. Ausführung/Handwerk: Naturfarben Berger.