Fasziniert vom Rohen

Porträt Studio Stone

Vera und Sämi Zumstein stehen in einer Werkstatt vor grossen Metallplatten.

Vera und Sämi Zumstein vereinen im Namen ihres Labels Studio Stone ihren Nachnamen mit ihrer Faszination für rohe Materialien.

Bei einem Gespräch zwischen den Geschwistern Vera und Sämi Zumstein entstand die Idee, gemeinsam eine Möbelkollektion zu gestalten. Der Landschaftsarchitekt und die Grafikdesignerin waren vom Gedanken sogleich begeistert – und schon war Studio Stone geboren. Anfang dieses Jahres entwickelten sie ihre erste Kollektion, eine Serie von Tischen und Wohnaccessoires aus Chromstahl. Im Interview erzählen die Geschwister, wie Studio Stone entstanden ist, wie sie sich im kreativen Prozess ergänzen und was sie an rohen Materialien fasziniert.

Was reizte euch an der Idee, eine eigene Möbelkollektion zu entwerfen?
Wir wollten unsere Ideen nicht nur visuell entwickeln, sondern in den realen Raum bringen und tatsächlich bauen.

Wie ergänzt ihr euch als Geschwister im kreativen Prozess und bei den Entscheidungen für das Studio?
Wir haben unterschiedliche Fähigkeiten und Herangehensweisen. Sämi ist der Macher: Er denkt viel über die praktische Realisierung nach und bringt Ideen ins Konkrete. Vera ist eher die Träumerin: Sie denkt konzeptionell und visuell und fragt sich gerne, was alles möglich ist.

Sämi ist der Macher: Er denkt viel über die praktische Realisierung nach und bringt Ideen ins Konkrete. Vera ist eher die Träumerin: Sie denkt konzeptionell und visuell und fragt sich gerne, was alles möglich ist.

Wie beeinflusst euer beruflicher Hintergrund euer Schaffen?
Unsere beruflichen Hintergründe prägen Studio Stone sehr stark. Aus dem Grafikdesign kommt ein Blick für Form, Komposition, Proportion und visuelle Wirkung. Die Landschaftsarchitektur bringt eine andere Beziehung zu Raum, Material, Konstruktion und Natur mit. Diese unterschiedlichen Perspektiven ergänzen sich sehr gut.

Eine brennende weisse Kerze in einem ovalen Kerzenhalter aus geschliffenem Chromstahl steht vor einer hellen Wand auf einem Betonboden.

«Kollektion 01»: Durch das Testen von Proportionen und Verbindungen entstand aus einer einzigen Form...

Ein ovaler Couchtisch aus geschliffenem Chromstahl mit zwei Ebenen und schmalen, senkrechten Beinen steht auf einem Betonboden.

... ein System von Objekten in verschiedenen Grössen und Funktionen.

Wie sieht euer kreativer Prozess aus? Wie entstehen neue Designs?
Unser Prozess ist iterativ und beginnt meist mit einer Idee oder einer Zeichnung. Diese entwickeln wir zunächst digital als 3D-Modell weiter und beschäftigen uns dabei mit Form, Proportionen und Konstruktion. Erst wenn die Idee für uns stimmig ist, setzen wir sie physisch um und bauen einen Prototypen. Dabei entstehen oft neue Erkenntnisse, die wiederum in den Entwurf einfliessen. So entwickelt sich ein Objekt Schritt für Schritt weiter, bis es für uns gestalterisch und funktional stimmt.

Eure erste Kollektion besteht aus Tischen und Wohnaccessoires aus Chromstahl. Was fasziniert euch an diesem Material?
Chromstahl ist sehr langlebig und rostet nicht. Durch die geschliffenen Oberflächen entsteht gleichzeitig eine edle Erscheinung. Besonders spannend finden wir die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten, die das Material mit sich bringt.

Welche Herausforderungen oder überraschenden Erkenntnisse gab es bei der Entwicklung der ersten Stücke?
Die Arbeit mit Stahl hat uns gezeigt, wie viel Präzision hinter einem scheinbar einfachen Objekt steckt. Kleinste Abweichungen machen einen grossen Unterschied. Auch die Bearbeitung der Oberfläche spielt eine entscheidende Rolle: Ob ein Stück geschliffen, poliert oder anders bearbeitet wird, verändert seine Wirkung und seinen Charakter stark. Gerade diese Details waren für uns ein wichtiger Lernprozess.

Drei minimalistische Tische aus Metall in unterschiedlichen Formen und Grössen stehen auf einem Betonboden in einer Werkstatt, beleuchtet von einfallendem Tageslicht.

Klar, skulptural, reduziert: die Tische aus der «Kollektion 01».

Ihr arbeitet vorwiegend mit rohen Materialien. Wieso?
Uns faszinieren Materialien, bei denen man erkennen kann, womit und wie gearbeitet wurde. Wir mögen es, wenn ein Objekt seine Materialität nicht versteckt, sondern sie zum Teil des Designs wird. «Stone» im Namen steht auch für diese Faszination für das Rohe – zudem steckt unser Nachname «Zumstein» drin.

Was soll man spüren oder entdecken, wenn man einen Studio-Stone-Tisch oder ein Objekt im eigenen Wohnraum platziert?
Es soll ein einzigartiges Möbelstück sein, das heraussticht, ohne laut zu sein. Unsere Objekte sind bewusst schlicht gehalten, bekommen durch ihre Form und das rohe Material aber eine starke Präsenz.

«Wir mögen es, wenn ein Objekt seine Materialität nicht versteckt, sondern sie zum Teil des Designs wird.»  

Wie geht es weiter für Studio Stone?
Wir möchten nicht nur Möbel gestalten, sondern ganz unterschiedliche Objekte entwickeln und dabei immer wieder neue Formen, Materialien und Funktionen ausprobieren. Besonders spannend finden wir den kollaborativen Prozess und was entstehen kann, wenn unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Wichtig ist uns, neugierig zu bleiben und uns nicht zu stark festzulegen.

studiostone.ch

Ein ovaler, zweistöckiger Tisch aus geschliffenem Chromstahl steht auf einem Betonboden, auf den Licht und Schatten fallen.

Die geschliffenen Chromstahloberflächen fangen das Licht ein und bringen die klaren Formen der Tische zur Geltung.