Wie Design den Wintersport reflektiert

Design und Olympische Winterspiele 2026

Moderne Sportarchitektur in verschneiter Berglandschaft mit markanter, vertikaler Bauform.

Bergisel Sprungschanze: Sportarchitektur als Grenzfläche zwischen Landschaft und Konstruktion: In alpinen Höhenlagen wird Gestaltung zur Frage von Präzision, Materialität und Eingriffstiefe.

Mit den Olympischen und Paralympischen Winterspielen 2026 rückt Mailand für mehrere Monate ins Zentrum internationaler Aufmerksamkeit. Die Triennale Milano begleitet das sportliche Grossereignis mit einem umfassenden Kulturprogramm, das den Zusammenhang von Sport, Design und kulturellen Werten untersucht. Als Teil der Cultural Olympiad fungiert die Triennale Milano zudem als Gastgeberin von Casa Italia, dem zentralen Ort für Medien- und Repräsentationsaktivitäten während der Spiele.

Kernstück des Programms ist die Ausstellung «White Out. The Future of Winter Sport», die vom 28. Januar bis 29. März 2026 in der Triennale Milano zu sehen ist. Kuratiert von Konstantin Grcic und Marco Sammicheli, widmet sich die Ausstellung der Beziehung zwischen Wintersport und Design. Im Fokus stehen Disziplinen, Projekte, Ausrüstung und Technologien, ergänzt durch einen thematischen Schwerpunkt auf Sportarchitektur.

Im Skeleton verdichten sich Körper, Gerät und Grafik zu einer funktionalen Einheit. Der Wettkampf wird hier auch zur Entwurfsfrage: Anzug und Helm sind gezielt auf Aerodynamik, Sichtbarkeit und Performance ausgelegt. Suit Design: Matt Millette. Helmet Design: Peter Pen Art.

Wenn Umwelt und Körper verschmelzen: Bilder wie dieses erweitern den Blick auf Wintersport jenseits klassischer Perspektiven.

Der Titel «White Out» verweist auf ein optisches Phänomen in hochalpinen Regionen, bei dem Himmel und schneebedeckte Landschaft visuell ineinander übergehen. Diese Metapher bildet den Rahmen für eine Ausstellung, die sich mit zukünftigen Herausforderungen auseinandersetzt – insbesondere mit den Auswirkungen des bereits einsetzenden Klimawandels sowie mit technologischem Fortschritt. Das Ausstellungsdesign stammt von Konstantin Grcic Design GmbH.

Ab dem 4. Februar 2026 präsentiert das Museo del Design Italiano eine neu konzipierte Ausstellung seiner permanenten Sammlung. Gezeigt werden zentrale Objekte, entworfen und produziert zwischen den 1930er- und den 2000er-Jahren, darunter auch jüngste Neuerwerbungen. Die Ausstellung untersucht diese Arbeiten im Kontext der Geschichte der Triennale und eröffnet neue Perspektiven auf die Entwicklung des italienischen Designs.

Im Mittelpunkt stehen technologische und typologische Innovationen sowie das Verhältnis von Alltagsobjekten, Innenraumgestaltung und sich wandelnden Lebensstilen. Unterschiedliche Ausstellungsformate und -techniken strukturieren den Rundgang und machen die Sammlung als offenes Narrativ lesbar.

Rückansicht einer Person in einem voluminösen Expeditions-Daunenanzug in Rot und Schwarz.

Bekleidung für extreme Bedingungen folgt keiner Mode, sondern funktionalen Anforderungen: Isolation, Schutz und Beweglichkeit bestimmen Form und Material.

Seitliche Ansicht einer Person in alpiner Expeditionsausrüstung mit Rucksack, Seil und Karabinern.

Ausrüstung wird zum System. Kleidung, Rucksack und Sicherungselemente greifen ineinander und definieren das Verhältnis zwischen Körper und Umgebung.

Ergänzend sind bis zum 15. März 2026 zehn Kunstplakate zu sehen, die von italienischen Künstlerinnen und Künstlern für die Olympischen und Paralympischen Spiele entworfen wurden. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Olympischen Komitee und dem Internationalen Paralympischen Komitee und umfasst je fünf Plakate für die Olympischen und die Paralympischen Spiele. Kuratiert wurde es von Damiano Gullì.

Ebenfalls ausgestellt sind die olympische und die paralympische Fackel, die im April 2025 im Rahmen einer offiziellen Zeremonie in der Triennale vorgestellt wurden.

Mit Ausstellungen, Sammlungspräsentationen und einem begleitenden öffentlichen Programm positioniert sich die Triennale Milano im Vorfeld und während der Winterspiele als Ort, an dem Sport als kulturelles und gestalterisches Thema sichtbar gemacht wird.

triennale.org

Porträt von Industriedesigner Konstantin Grcic mit verschränkten Armen vor hellem Hintergrund.

Konstantin Grcic, Industriedesigner und Co-Kurator der Ausstellung «White Out. The Future of Winter Sport». Seine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Industrie, Technologie und gesellschaftlichem Kontext und prägt auch das Ausstellungskonzept und -design.

Porträt von Marco Sammicheli in einer Ausstellungssituation mit grafischer Installation im Hintergrund.

Marco Sammicheli, Kurator und Direktor des Museo del Design Italiano an der Triennale Milano. Als Co-Kurator von «White Out» verbindet er Designgeschichte, Gegenwartsfragen und institutionelle Perspektiven.

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