Architekturpoesie

imm cologne: Das Haus

Das Haus entworfen von MUT Design an der imm cologne 2020.

Die Räume sind zur Natur hin geöffnet ...

... und spielen durch die verschiedenen Wohnnischen mit einem Gefühl, als würde das Haus auf dem Wasser rotieren.

Meditativ wirkt nicht nur die Naturszenerie, sondern auch der Blick ins Badezimmer.

Das Modell zeigt, wie die Räume im Kreis angelegt sind.

Ein wenig fühlt es sich an, als würde ich mich auf einer schwimmenden Scheibe befinden, die beim nächsten Windstoss zu rotieren beginnt. Trotz der dunklen Messehalle, in der wir uns befinden, denke ich an laue Sommertage, an einfallende Sonnenstrahlen und an Schattenspiele, die immer wieder neue Muster auf die Wände zeichnen. Ich fühle den Wind, der mit meinen Haaren spielt, rieche den Duft von Olivenbäumen und höre das sanfte Plätschern des Wassers, das das Haus umgibt. Ich möchte die Treppen ins Ungewisse hinaufsteigen, mich im Hohlraum zwischen den Räumen im Innern des Hauses auf die kühlen Fliesen legen und mich von der meditativen Musik davontragen lassen. Wohin – ja wohin denn bloss? In den Süden, übers Wasser, in die Natur, irgendwo hin, wo das Innen und Aussen miteinander verschmelzen und es vom Bett aus nur ein paar Schritte braucht, bis man die Füsse ins kalte Wasser strecken kann.

MUT Design haben mit ihrem diesjährigen Hausentwurf «A la Fresca!» an der imm cologne ein poetisches Bild moderner Architektur gezeichnet und damit einen Ort geschaffen, der mit allen Sinnen spielt – etwas, was wohl nur neue, noch nie dagewesene Wohnformen schaffen. Wie so oft bedienen sich MUT Design auch hier geometrischer Formen, kombiniert mit reduziertem Design. Die vier Wohnbereiche sind in zylinderähnlichen Räumen angelegt, die sich voneinander abwenden und zur Natur hin öffnen. So entstehen verschiedene Wohnnischen, die dennoch miteinander kommunizieren. Ein perfektes Zusammenspiel von Rückzug und Offenheit – das ideale Heim eben.

www.mutdesign.com

De beiden Designer von MUT Alberto Sànchez & Eduardo Villalòn.