«And the winner is … Zürich»

Schulthess Gartenpreis 2020

Die Ufer des Zürichsees, der Limmat sowie der Sihl sind für uns Menschen wertvolle Erholungsgebiete. Doch auch für die Tier- und Pflanzenwelt sind diese Grünräume enorm wichtig. Für die vorbildliche Pflege dieser Uferzonen und das Zusammenspiel von Mensch und Natur hat Stadt und Kanton Zürich den renommierten Schulthess Gartenpreis 2020 erhalten.

Der Bau des knapp 300 Meter langen Cassiopeiastegs (2015) schloss eine letzte grosse Lücke des durchgehenden Uferwegs auf dem Gebiet der Stadt Zürich.

Der Schweizer Heimatschutz verleiht seit 1998 den Schulthess Gartenpreis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Gartenkultur. Ausgezeichnet werden können die Erhaltung und Pflege historisch wertvoller Gärten und Parkanlagen sowie die Realisierung von besonders qualitätsvollen zeitgenössischen Grünanlagen. In diesem Jahr erhält die Stadt und der Kanton Zürich für die gemeinsame Pflege und Weiterentwicklung der Fluss- und Seeufer in der Stadt Zürich die begehrte und renommierte Auszeichnung. «die vorbildliche Zusammenarbeit schafft Freiräume mit hoher Qualität für Mensch und Natur», so der Schweizer Heimatschutz. Die offizielle Verleihung findet am 22. August statt.

In mehreren Etappen von 2001 bis 2024 wird das Ufer der Sihl Schritt für Schritt zu einem wertvollen Grünraum für Mensch und Natur aus- und umgebaut, Biodiversität inklusive.

Als Ersatz für eine dringend zu sanierende Ufermauer entstand auf einer Länge von 300 Metern ein neuer, abgetreppter Zugang zur

Limmat. Parallel dazu entstand 2004 mit dem Wipkingerpark ein neuer öffentlicher Freiraum.

Kanton und Stadt Zürich haben 2013 gemeinsam ein Hochwasser- und Revitalisierungsprojekt an der Limmat umgesetzt – die Limmatauen Werdhölzli.

Das ehemalige Bahnareal war einst Epizentrum der Zürcher Drogenszene. Mit der Umgestaltung zu einem naturnahen öffentlichen Freiraum (2003 bis 2006) ging auch eine Öffnung zur Limmat einher. Die Instandsetzung des denkmalgeschützten Flussbades Oberer Letten (2011/2012) wertet diesen Bereich der Limmat weiter auf.

Die Erstellung einer 1,5 Kilometer langen Fussgängerpromenade entlang des einstigen Wassergrabens der Zürcher Befestigungsanlagen war schweizweit ein Pionierprojekt – der Schützengraben (1982).

Die Ufer des Zürichsees, der Limmat und der Sihl sind beliebte Orte der Ruhe und Erholung. Sie laden einerseits zum Schwimmen, zum Picknicken, zum Spazieren oder zum Sporttreiben ein und bieten andererseits auch Pflanzen und Tieren wichtigen Lebensraum und fördern so die Biodiversität. In der grössten Stadt der Schweiz ist früh die Erkenntnis gereift, dass Projekte, auch für den Hochwasserschutz, erst dann erfolgreich sind, wenn sie unterschiedliche Ansprüche, Interessen und Bedürfnisse nicht gegeneinander ausspielen, sondern innovativ verknüpfen. Mit ihren Projekten haben sich Stadt und Kanton nicht nur um die Postkartenansicht des Ufers entlang des Zürcher Seebeckens gekümmert. Sie haben ebenso die Ufer der Sihl und der Limmat sukzessive mit einer Vielzahl von Projekten für Mensch und Natur aufgewertet. Dass sich heute auf dem Zürcher Stadtgebiet nicht nur Menschen in bunten Badeanzügen, Shirts und Turnhosen tummeln, sondern ebenso der Eisvogel oder der Biber, zeigt anschaulich den Erfolg der gemeinschaftlichen Bemühungen für ein Nebeneinander von Mensch und Natur.

www.heimatschutz.ch