
Vom 5. bis zum 14. September 2025 laden elf Positionen im Alten Botanischen Garten zum Reflektieren ein.
Kunst, das ist so eine Sache. Sie soll Fragen stellen, aber auch Antworten geben. Sie soll provozieren, interagieren und – was auch immer – zelebrieren. Im Grunde ist Kunst so etwas wie Wissenschaft, denn sie kann Szenarien entwerfen, über die Zukunft, die Gesellschaft, das Miteinander. Die Design Biennale Zürich, die im Rahmen der Zurich Design Weeks stattfindet und ihre 5. Ausgabe feiert, inszeniert Kunst einmal mehr als Dialog zwischen den Künstler:innen, deren Arbeit und den Zuschauer:innen. «Side by Side», so das diesjährige Motto, lädt dazu ein, Kunst unmittelbar zu erfahren. Während knapp zweier Wochen verwandelt sich der Alte Botanische Garten der Universität Zürich in einen erlesenen Abenteuerspielplatz mit elf Projekten aus den unterschiedlichsten Designdisziplinen.
Die beiden Künstlerinnen Ethel Rossetti und Elena Zihlmann beispielsweise betrachten die Schwarmintelligenz durch eine künstlerische Linse und machen Wiederholung und Rhythmus mithilfe von Fotografien sichtbar. Ihr Projekt «Collective Mind» lädt die Betrachtenden in ein lebendiges, atmendes System ein. Ein Raum, in dem sich Identitäten auflösen, Nähe Bedeutung erzeugt und die Choreografie der vielen zum Spiegel unseres gemeinsamen Bewegens wird.
Mit Lena Tünkers sowie Andrea Suardi und Ani Safaryan von Nøha reisen Besucher:innen zurück in die Zukunft. Ihr Projekt verbindet Architektur mit Zukunftsforschung, um das Verhältnis zwischen der digitalen Welt und der Menschheit neu zu denken. Die Installation ist im Jahr 2100 an- gesiedelt: Man betritt eine archäologische Ausgrabungsstätte der «digitalen Epoche» und blickt durch die Augen zukünftiger Spezies auf die heute dominanten Narrative und die digitale Kultur des Jahres 2025 zurück.

Platzhalter: Designer Guy Meldem schafft mit seiner «Big Modular Bench» ein kommunikatives Möbelstück aus Holz und Beton, das niemals überbesetzt werden kann. Talk about integration!
Neben dem Imaginativen findet aber auch das Praktische seinen Platz: Der Westschweizer Designer Guy Meldem präsentiert eine modulare, endlos erweiterbare Sitzbank aus handelsüblichen Holzbrettern und recyceltem Beton. Wie lange sie werden wird, bleibt zunächst das Geheimnis einer unendlichen Geschichte ...
Die Design Biennale Zürich richtet sich an ein breites Publikum und integriert alle Designsparten: Game, Interaction Design, Mode, Produkt, Szenografie, Textil und Visuelle Kommunikation. Die kostenlose Ausstellung wird durch Führungen, Performances und Workshops für Kinder ergänzt.