Ein zweites Leben für Vitra-Klassiker

Kreislaufwirtschaft bei Vitra

Die Kreislaufwirtschaft wird immer wichtiger - so auch in der Möbelbranche. Ressourcen sollen wiederverwendet und nicht einfach weggeworfen werden. Vor allem, wenn die Funktion von Möbelstücken nach wie vor gegeben ist. Der bisherige Prozess bei der Nutzung von Möbeln verlief meist linear. Dinge werden hergestellt, verwendet und wieder entsorgt. In der Kreislaufwirtschaft soll dieser Prozess hingegen kreisförmig sein und Materialien möglichst lange wiederverwendet werden. 

Der Möbelhersteller Vitra hat einen Kreislauf aufgebaut, bei dem das Unternehmen aus Birsfelden seine Produkte zurücknimmt und restauriert, damit sie wieder gebraucht werden können. So soll auch jedes Produkt begleitet werden, um eine möglichst lange Nutzung zu ermöglichen. 

 

Teilweise über 30 Jahre alte Stühle

Einen solchen Anwendungsfall hat Vitra bei der Universität Bern durchgeführt. Zusammen mit dem Vitra-Händler Büro Bischof in Bern und Oberli, einem Servicepartner von Vitra, hat der Möbelhersteller 92 gebrauchte «Eames Fiberglass Chairs» restaurieren lassen.

«Die «Fiberglass Chairs» waren an unterschiedlichen Standorten der Universität Bern im Einsatz. Vom Sitzungszimmer bis zu Mensen nutzten Generationen von Studierenden den Klassiker», sagt Mirjam Schindler, die Projektleiterin bei der Universität Bern, der Abteilung Bau und Raum. Die Stühle weisen Jahrgänge von 1967 bis 1990 auf. Nun wurden die Untergestelle gereinigt und poliert sowie die Sitzschalen gepflegt und die Gleiter ersetzt.   

Die Vitra-Stühle bei der Restaurierung durch die Servicepartner von Vitra.  

Bei den Arbeiten wurden die Untergestelle gereinigt sowie die Gleiter ersetzt.

Bei Bakery Bakery im Einsatz

Die Universität Bern wolle der Nachhaltigkeit Rechnung tragen. «Nach der intensiven, jahrelangen Nutzung der Stühle in öffentlichen Bereichen, war eine Auffrischung der Stühle für einen erneuten Einsatz erforderlich», sagt Schindler.

Die Uni Bern hat für die grünen Stühle eine passende, stilvolle Umgebung gesucht, die auch ideologisch mit dem Vorhaben übereinstimmt: Die Stühle stehen nun in der veganen Bäckerei Bakery Bakery. Sie hat ein Kantine-Angebot an der Universität Bern. Die schwarzen Stühle kommen hingegen in den Lernräumen der Uni unter. 

 

Die grünen Vitra-Stühlen werden jetzt in der veganen Bäckerei Bakery Bakery eingesetzt. 

Die restaurierten, schwarzen «Fiberglass Chairs» stehen nun im Lernbereich der Uni. 

Für Vitra ist klar: Je hochwertiger ein Produkt ist, desto mehr lohnt sich die Aufarbeitung. Getreu nach dem Motto von Ray und Charles Eames: «Jeder Stuhl erzählt seine eigene Geschichte».

Auch in Bern – bei der Schule für Gestaltung – läuft zurzeit ein ähnliches Projekt: Dort werden die «Plastic Chairs» von Eames aufgefrischt und wieder neu eingesetzt. Bereits abgeschlossen ist ein Projekt beim ViCafé in den SBB-Werkstätten. Dort wurde das Café mit Eames-Stühlen aus einer Wiederauffrischung ausgestattet. 

www.vitra.com