
Neue Blicke: Mit ihrer Kunst transformiert Marke das Haus in ein klingendes Raumgefüge.
Auf der Suche nach einem Lager für ihre Gemälde stiess die Herisauer Künstlerin 2020 auf einen historischen Bau am Landsgemeindeplatz von Hundwil, der zum Verkauf stand. Das Appenzeller Dorf ist heute ein Durchgangsort, der wenig Beachtung findet. «Ich habe mich gleich in dieses Haus verliebt», sagt Marke. Besonders beeindruckt war sie von den farbigen Anstrichen. Sie begann, sich intensiv mit der historischen Verwendung von Farbe in der vernakulären Baukultur des Appenzellerlandes zu befassen. Das führte schliesslich 2024 zum Forschungsprojekt «The historicity of polychromy in Appenzell building culture». Bei der schrittweisen Renovation legte die Künstlerin zum Teil selbst Hand an. Dabei entdeckte sie weitere Besonderheiten des Bauwerks, etwa die Materialien oder die Bauweise betreffend.

Forscherin und Künstlerin: Vera Marke erforscht bei ihrem Projekt «Dorf 10» ein Haus mit künstlerischen Mitteln.

Sanfte Töne: Wie viele der Zimmer des Hauses ist auch die Küche farbig.
Im Gespräch mit Autorin Susanna Koeberle erzählt Vera Marke auf welche Art und Weise Kunst und Architektur zusammenkommen, welche Rolle Farbigkeit bei Restaurationsprojekten spielt, wie sie Motive für ihre Kunst findet und warum Kunst immer öffentlich ist: «Mich interessierte von Anfang an die Frage, was ein historisches Haus alles sein kann. Ich habe viele Nutzungen ausprobiert und hier Ausstellungen, Feste oder Lesungen veranstaltet. Man kann die Räume auch für Sitzungen und Workshops mieten. Momentan wird das Haus teilweise bewohnt. Ich verstehe das Haus als leeres Gefäss, als einen Ort, an dem vieles passieren kann. Ich möchte bewusst offen bleiben. Das Haus soll sagen können: Kommt rein!»

Geschützt: Vera Marke nutzt das Haus in Hundwil auch als Lager für ihre Kunst.
Das ganze Interview lesen Sie in «Das Ideale Heim», Ausgabe 4 – ab 26. März am Kiosk oder in unserem Shop.


